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PTBS

Posttraumatische Belastungsstörung nach DSM-IV, 1996 (309.81)

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Was bedeutet der Begriff Posttraumatische Belastungssörung?

Was, wenn die Verarbeitung innerhalb eines Zeitraumes von im Allgemeinen acht Wochen, manchmal auch bis zu einem halben Jahr, nicht gelingt?

Wenn Sie immer noch unter Intrusionen leiden, immer noch alles vermeiden, was Sie auch nur im Geringsten an das Trauma erinnern könnte, wenn Sie immer noch an die Decke gehen, weil sie die Fliege an der Wand stört?

Dann leiden Sie wahrscheinlich an einer posttraumatischen Belastungsstörung, und ihr Organismus hat es nicht schaffen können, mit dem Trauma fertig zu werden.

Dafür können Sie nichts. Es ist Schicksal. Niemand kann ganz genau vorhersagen, ob ein Mensch mit einem Trauma von alleine fertig wird oder nicht. Allerdings gibt es einige Schutzfaktoren. Schutzfaktoren sind die persönlichen Wiederstandkräfte und das Ausmaß der verfügbaren sozialen Unterstützung. Therapie versteht sich als Unterstützung des natürlichen Verarbeitungsprozesses. Die traumatische Erfahrung verletzt wesentliche Grundüberzeugungen zur eigenen Person und zur Verlässlichkeit und Sicherheit der Welt. Im ungünstigsten Fall entsteht aus der angstvollen und traumatischen Erfahrung in der Vergangenheit eine unsichere und ängstliche bestimmte Erwartung für die Zukunft.

Quelle: Trauma- Folgen erkennen, überwinden und an ihnen wachsen
Prof.Dr.med. Luise Reddemann
Dr.med. Cornelia Dehner-Rau

 

Was ist Trauma? Welche Arten von Traumen gibt es?


Als Trauma wird das Erleben einer möglichen oder realen Todesbedrohung, einer ernsthaften Verletzung oder einer Bedrohung der körperlichen oder psychischen Versehrtheit bei sich oder anderen angesehen. Für die Entwicklung einer PTBS ist das Erleben von intensiver Furcht, Hilflosigkeit oder Schrecken während des Traumas wesentlich. Es gibt viele unterschiedliche Ereignisse auf die diese Definition zutreffen. Sie lassen sich in menschlich verursachte Traumen wie sexuelle und körperliche Misshandlung, Vergewaltigung, Gewalterfahrung, Kriegserlebnisse, Geiselnahme oder Folter und zufällige Traumen wie Natur- und technische Katastrophen, Erlebnisse bei berufsbedingten Einsätze bei Feuerwehr, Militär oder Polizei, Arbeits- oder Verkehrsunfälle unterscheiden. Darüber hinaus ist eine Unterscheidung zwischen einmaligen kurz andauernden und länger andauernden, wiederholten traumatische Ereignissen wichtig. Bei allen diesen Traumaarten treten im wesentlichen die gleichen psychischen und körperlichen Symptome bei einer PTBS auf. Allerdings kommt es infolge länger andauernder oder menschlich verursachter Traumen oft zu stärkeren Symptomausprägungen und chronischerem Verlauf.

A. Die Person wurde mit einem traumatischen Ereignis konfrontiert, bei dem die beiden folgenden Kriterien vorhanden waren:

- Die Person erlebte, beobachtete oder war mit einem oder mehreren Ereignissen konfrontiert, die tatsächlichen oder drohenden Tod oder ernsthafte Verletzung oder eine Gefahr der körperlichen Unversehrtheit der eigenen Person oder anderer Personen beinhalteten.
-Die Reaktion der Person umfasste intensive Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen.

B. Das traumatische Ereignis wird beharrlich auf mindestens eine der folgenden Weisen wiedererlebt:

- Wiederkehrende und eindringliche belastende Erinnerungen an das Ereignis, die Bilder, Gedanken oder Wahrnehmungen umfassen können.
- Wiederkehrende, belastende Träume von dem Ereignis.
- Handeln oder Fühlen, als ob das traumatische Ereignis wiederkehrt (beinhaltet das Gefühl, das Ereignis wiederzuerleben, Illusionen, Halluzinationen und dissoziative Flashback-Episoden, einschließlich solcher, die beim Aufwachen oder bei Intoxikationen auftreten).
- Intensive psychische Belastung bei der Konfrontation mit internalen oder externalen Hinweisreizen, die einen Aspekt des traumatischen Ereignisses symbolisieren oder an Aspekte desselben erinnern.
-Körperliche Reaktionen bei der Konfrontation mit internalen oder externalen Hinweisreizen, die einen Aspekt des traumatischen Ereignisses symbolisieren oder an Aspekte desselben erinnern.

C. Anhaltende Vermeidung von Reizen, die mit dem Trauma verbunden sind, oder eine Abflachung der allgemeinen Reagibilität (vor dem Trauma nicht vorhanden).
 

Mindestens drei der folgenden Symptome liegen vor:

(1) Bewusstes Vermeiden von Gedanken, Gefühlen oder Gesprächen, die mit dem Trauma in Verbindung stehen.
(2) Bewusstes Vermeiden von Aktivitäten, Orten oder Menschen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen.
(3) Unfähigkeit, einen wichtigen Aspekt des Traumas zu erinnern.
(4) Deutlich vermindertes Interesse oder verminderte Teilnahme an wichtigen Aktivitäten.
(5) Gefühl der Losgelöstheit und Fremdheit von anderen.
(6) Eingeschränkte Bandbreite des Affekts (z.B. Unfähigkeit, zärtliche Gefühle zu empfinden).
(7) Gefühl einer eingeschränkten Zukunft (z.B. erwartet nicht, Karriere, Ehe, Kinder oder normal langes Leben zu haben).

D. Anhaltende Symptome erhöhten Arousals (vor dem Trauma nicht vorhanden).

Mindestens zwei der folgenden Symptome liegen vor:

(1) Schwierigkeiten, ein- oder durchzuschlafen.
(2) Reizbarkeit oder Wutausbrüche.
(3) Konzentrationsschwierigkeiten.
(4) Übermäßige Wachsamkeit (Hypervigilanz).
(5) Übertriebene Schreckreaktionen.

E. Das Störungsbild (Symptome unter Kriterium B, C und D) dauert länger als 1 Monat.

F. Das Störungsbild verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.

Bestimme, ob:
Akut: Wenn die Symptome weniger als 3 Monate andauern.
Chronisch: Wenn die Symptome mehr als 3 Monate andauern.
Bestimme, ob:
Mit verzögertem Beginn: Wenn der Beginn der Symptome mindestens 6 Monate nach dem Belastungsfaktor liegt.
 

Posttraumatische Belastungsstörung nach ICD-10

Stressor:
1. Ereignis oder Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes
2. würde bei fast jedem eine tiefe Verstörung hervorrufen

Notwendige Symptome:

1. Wiederholte unausweichliche Erinnerung oder Wiederinszenierung des Ereignisses in Gedächtnis, Tagträumen oder Träumen

Andere typische Symptome:

2. Andauerndes Gefühl von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit, Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit gegenüber der Umgebung, Anhedonie
3. Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen können

Gewöhnliche Symptome:

4. Vegetative Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, übermäßiger Schreckhaftigkeit und Schlaflosigkeit
5. Angst und Depression

Seltene Symptome:

6. Dramatische, akute Ausbrüche von Angst, Panik oder Aggression

Zeitlicher Rahmen:
Symptome treten üblicherweise innerhalb von 6 Monaten nach dem belastenden Ereignis auf

Quelle: www.didelsche.de
Ich bedanke mich bei Didi für die Verwendung des textes. Schaut euch ihre Homepage an, ebenfalls eine sehr wertvolle Homepage mit dem Thema Missbrauch und ihrer Projekte