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Aufarbeitung2009/2010

 Aufarbeitung 2009/2010

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3 Jahre sind vergangen seit ich das letzte Mal an der Bereich „Aufarbeitung“ geschrieben habe. In diese Zeit hat sich einiges getan, vieles ist in Bewegung gekommen. Es gab Rückschritte aber auch Fortschritte. Klinikaufenthalte, Trauma Therapie, Reha und vor allem die Arbeit an mir selbst, trugen dazu bei, heute an einem Punkt zu sein wo ich nach Jahren wieder ab und zu spüre am Leben teilzuhaben und das Leben wahr zu nehmen.

Wenn ich mir die Homepage so durchschaue müsste ich den Bereich „Schweigen brechen“ eigentlich komplett neu schreiben und überarbeiten. Denn meine Lebensgeschichte hat sich noch drastisch erweitert. Viele Verdrängungen kamen in diesen Jahren zum Vorschein, wo ich niemals für möglich gehalten habe.

  •       Im Alter von 9 Jahren sexueller Missbrauch durch den Stiefvater
  •      Im Alter von 10 Jahren sexueller Missbrauch durch den Stiefvater
  •      Im Alter von 11 Jahren sexueller Missbrauch und Schläge durch Bekannten meines Stiefvaters
  •      Im Alter von 12 Jahren sexueller Missbrauch durch Stiefvater
  •     Im Alter von 13 Jahren schwerster sexueller Missbrauch durch Stiefvater

Dies sind die Ereignisse die ich in den einzelnen Bereichen bereits erwähnte. Eines Tages dachte ich mir, schlimmer kann es ja jetzt nicht mehr kommen. Doch es kam noch schlimmer. Wenn ich jetzt beschreibe wie das alles  angefangen hat, mögen mich viele für verrückt oder sogar irre halten, aber ich weiß von anderen Betroffenen das solche Dinge geschehen. Jeder der solche Erfahrungen hinter sich hat, jeder der in irgendeiner Weise traumatisiert wurde weiß, wie die Seele all diese Dinge frei geben kann. Der/Die weiß, wie das Unterbewusstsein oft fragwürdige Wege wählt um die verdrängten Erlenbisse an die Oberfläche zu bringen.

Irgendwann im Jahr 2009 bekam ich unerklärliche Schmerzen in der Hüfte. Später kam Leiste und Außenseite des Oberschenkel hinzu. Alles auf der linken Seite. Die Schmerzen wurden schlimmer und schlimmer. Ich ging zum Arzt, dieser schickte mich weiter und weiter und weiter, aber alles ohne Erfolg. Mit der Zeit konnte ich die Schmerzen immer besser benennen. Ich saß bei meinem Arzt im Behandlungszimmer und weinte, weil mir niemand helfen konnte, gefühlsmäßig war ich sehr nahe am Wasser gebaut. Ich werde nie vergessen als ich zu ihm sagte:

 „Das gibt’s doch nicht, die ganze linke Seite tut mir weh als ich hätt ich überall blaue Flecken.

Er dachte an eine Muskelentzündung und gab mir Tabletten- die natürlich nicht halfen. Wie auch? Das Unterbewusstsein braucht keine Medikamente .Es war ca. 2 Wochen nach diesem Arzttermin und ich bekam meine Antwort. Ich sah Bilder in meinem Kopf die mich sehr irritierten. Es wurde mehr und mehr und die Bilder entwickelten sich zu einem inneren Film. Flashbacks folgten mit körperlichen und seelischen Schmerzen, Angst und der Frage Warum? Ich dachte plötzlich nur noch: „Nicht noch mehr, bitte nicht!!!“ Ich stand auf der Treppe, bekam Schläge ins Gesicht und stürzte die Treppe runter. Ich sehe es heute noch vor mir- jede einzelne Sekunde davon. Ich fiel und rutschte auf der linken Seite die Treppe runter, meine Hüfte, mein Oberschenkel alles war blau und schmerzte. Meine Mutter stand unten, schrie laut und weinte, aber……… tat nichts!

Es ging noch einige Tage so weiter. Dies geschah alles als ich 10 Jahre alt war. Ein Fußtritt in die Leiste, eine Ohrfeige weil ich abwaschen wollte und „seine“ Schüssel mit Salatsauce wegschüttete. Abends kniete ich immer vor meinem Bett und betete zum lieben Gott dass er mich hier raus holt. Eines Abends kam er wütend in mein Zimmer, schrie rum und fing an mich zu schlagen, ich kroch in die Ecke und er trat mit den Füßen auf mich ein. Danach verschwand er wortlos. Das war glaub ich das schlimmste Erlebnis für mich. kindbetet.jpeg

EINZELFALL? Nein, leider nicht, das ist die bittere Wahrheit in vielen Familien und das Leid sehr vieler Kinder die ihr Leben lang darunter leiden müssen und einen Weg finden müssen mit diesen Erlebnissen zu Leben- nicht nur überleben, sondern Leben! Zu all dem was eh schon passierte kommen noch all die prägenden Kleinigkeiten wie z.B. Vernachlässigung, ständig alleine gelassen werden, nachts alleine sein, zu schreien weil man so schreckliche Angst hat in der Dunkelheit und niemand kam um zu trösten, oder die Mutter nach der Schule finden als sie sich das Leben nehmen wollte .All das sind die Gründe wie ein Kind lernt zu ÜBERLEBEN. Strategien zu entwickeln die all die Situationen erträglicher machen. Schutzmechanismen die eine Kinderseele schützen. In meinem Fall hieß die Strategie: Verdrängung, Vergessen, rein in die Schublade des Unterbewusstseins.

 So war es möglich all die Dinge zu ertragen die während dieser Zeit auf mich zukamen.

 Ein paar Worte zur Verdrängung:

Niemals in meinem Leben hätte ich für möglich gehalten zu was unsere Seele und der Körper fähig sind. Die Verdrängung von schmerzhaften, qualvollen Erlebnissen. Denke ich heute an die einzelnen Situationen zurück dann kann ich genau nachvollziehen wann die Verdrängung eingesetzt hat. Nämlich genau im Moment des Missbrauchs oder der Schläge. Die Situation ist so schlimm für das Kind und unerträglich das die Gefühle sich „ausschalten“, man spürt keinen Schmerz mehr, man spürt den Körper nicht mehr, man hört und sieht alles nur noch aus der Ferne, so als würde alles in einer Art Zeitlupe ablaufen, man reagiert nicht mehr. Diesen Zustand beschreibt man auch als Dissoziation (link setzen). Ist das Geschehene vorbei ist ein erinnern nicht mehr möglich.Wie lange eine Verdrängung aufrecht erhalten bleibt, ist sehr unterschiedlich und kann man pauschal nicht sagen. Die einen verdrängen gar nicht, die anderen ein paar Jahre oder Jahrzehnte und wiederum andere vielleicht für immer. Ebenso läuft die Verdrängung auf 2 Ebenen ab. Zum einen die Bilder und Situationen dass man sich daran erinnert, und zum anderen die Gefühle die damals da waren. Das ist das schlimmste überhaupt finde ich. Denn wenn die Verdrängung sich auflöst erlebt man das schreckliche von damals noch einmal am ganzen Körper, man spürt den Schmerz, spürt Berührungen, die Angst und einfach das volle Programm.

 Nun heißt es Aufarbeiten, verarbeiten, Therapie, Schweigen brechen. Um irgendwann diese Dinge zu akzeptieren und in das Leben zu integrieren. Aber ein Hauch davon wird immer bleiben!!!!! In meinem Fall hielt die Verdrängung 28 Jahre an bevor sie anfing nach und nach die Ereignisse frei zu geben. Im ersten Halbjahr 2009 war mein Selbstbewusstsein sehr tief im Keller. Selbstzweifel, Schuldgefühle, Hilflosigkeit, ständige Angst alles falsch zu machen und einfach nicht gut genug zu sein. Vor allem in meiner Ehe. Ich war so labil, das ich auf Personen reinfiel die mir Hilfe versprachen und mir versicherten, dass sie mir helfen würden. Ich war naiv wie ein kleines Kind. Heute läuft eine Anzeige die noch nicht zum Abschluss gekommen ist. Immer wieder schadete ich mir selbst, indem ich mich auf solche negativen Dinge einließ und zu schnell vertraute.

Im August 2009 kam es erneut zu einem schweren Zusammenbruch. Als ich mit verletzten Armen beim Arzt saß, meinte dieser dass es nun genug sei und er das nicht weiter verantwortet. Er wies mich in die Klinik ein. All die Jahre war ich froh dass ich es ohne Klinik geschafft habe, doch nun war der Punkt erreicht wo es wohl nicht mehr anders ging. 14 Wochen verbrachte ich in der Akut-Klinik. Ich war zwar im total falschen Haus bzw. Station aber das war mir zum damaligen Zeitpunkt eigentlich egal. Ich verbrachte dort eine Zeit voller seelischer Schmerzen, Wut, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Gefühlen die mich durcheinanderbrachten weil ich sie so nicht kannte. Die Therapeutin sagte mir bereits nach 2 Wochen dass sie mir bei meinen Problemen nicht wirklich helfen könne. Das gehört in die Hände eines Trauma Therapeuten. So war der Aufenthalt eher dafür da, Gespräche zu führen, über meine Gedanken und Gefühle zu sprechen, Medikamente zu bekommen um die Krisen zu überstehen und einfach abzuwarten stabil zu werden um wieder nach Hause zu gehen.

Während des gesamten Aufenthaltes hatte ich schwere Probleme mit SVV (selbstverletzenden Verhalten). Kratzen und Ritzen an den Armen gaben mir oft das Gefühl von Erleichterung mit meinen Gefühlen umzugehen. Es ist oft schwer zu beschreiben warum man das tut. Ebenso gehört wohl ein wenig selbsthass dazu, Schuldgefühle und das Gefühl das es eh egal ist was mit mir ist. Und tatsächlich erreichte ich irgendwann den Punkt an dem sich ein „Egal“-Gefühl einstellte und es tat einfach gut in dem Moment. Aber trotzdem war die große Angst in mir das ich damit nicht mehr aufhören kann. Ich habe dies auch angesprochen und bekam die Information das SVV süchtig machen kann ebenso wie Alkohol oder Drogen. Leider blieb es nicht beim Ritzen, ich begann plötzlich mir Schnitte zuzufügen und ging immer wieder zu den Pflegern und erklärte meine Angst dass es noch schlimmer werden würde . Kurz vor meiner Entlassung ging ich diesen Schritt wohl unbewusst weiter. Ich verletzte mich so schwer dass ich aufgrund des hohen Blutverlustes fast zusammenklappte. Nach meiner Entlassung im November 09 hörte ich urplötzlich damit auf. Ich hatte das SVV unter Kontrolle. Natürlich waren die Gedanken daran immer noch präsent, aber ich denke es war meine Familie die mich daran hinderte. Ich wusste wie sehr mein Mann verletzt war wenn ich das getan habe.

Warum tut man so was? svv2.jpg
Was soll das bringen?
Oder entsetzte Blicke.

Das sind Reaktionen der Menschen. Unverständnis steht in den Gesichtern geschrieben. Ich denke es würde nicht mal Verständnis bringen wenn man die Gründe erklärt. Denn würde man sagen warum, dann kommt zusätzlich noch das diese Menschen meinen ich/der/die sind irre, verrückt oder krank und nicht normal im Kopf! Wo wir wieder bei der Frage wären, was ist normal? Um die beiden Fragen kurz zu beantworten nenn ich ein paar Beispiele:

Warum tut man so was und was soll es bringen?

  •   Weil man dadurch mit diesen schlimmen Gefühlen und Gedanken besser umgehen kann ( vergleichbar mit Ablenkung)
  •   Es bringt Erleichterung und kann sogar dafür sorgen das es einem anschließend ein wenig besser geht
  •   In extremen Situationen und Krisen kann es eine Möglichkeit sein, zu fühlen und zu spüren das man noch da ist ( es kann Dissoziation verhindern)
  •   Traumatische Erinnerungen, Flashbacks werden damit bekämpft in der Hoffnung das die Bilder aus dem Kopf verschwinden
  •   Es gibt noch sehr viele Beschreibungen von Betroffenen und auf speziellen Internetseiten.

ANMERKUNG: Ich bin zwar selbst betroffen, aber möchte anmerken das es auf keinen Fall eine gute Sache ist. SVV sollte kein Mittel sein um seine Probleme zu lösen. Der erste Schritt wäre sich Hilfe zu holen, wenn nötig auch in einer Klinik. SVV kann zum Suchtmittel werden was noch erschwerend hinzukommt. Alleine ist es kaum zu bewältigen und es dauert Jahre um zu lernen und zu erfahren: Ich brauche das nicht!!!- es gibt andere Formen der Bewältigung!

Nach meiner Entlassung begann ich eine ambulante Gesprächstherapie in regelmäßigen Abständen. Es ging auf und ab mit den Stimmungen und so richtig auf die Füße kam ich nicht. Ab Februar 2010 ging es immer mehr bergab und Depressionen breiteten sich aus in vollem Ausmaß. Es war einfach nicht mehr unter Kontrolle zu kriegen. Ich war zum Schluss nicht mal mehr in der Lage die einfachsten Dinge zu tun. Wäsche zusammenlegen, Geschirrspüler einräumen kostete so viel Kraft. Der Körper war wie gelähmt. Ich saß stundenlang auf der Eckbank und starrte vor mich hin. Zu dieser Zeit brachte ich sicher 15-16 Stunden Schlaf zusammen, und dann war ich noch müde. Der Zustand war für mich sehr belastend vor allem weil die Schuldgefühle wieder waren weil man nichts auf die Reihe bekam. Meine Therapeutin machte mir den Vorschlag noch einmal in die Klinik zugehen allerdings in das richtige Haus, nämlich Schwerpunkt Depressionen und Psychosomatik. Ich wollte das jedoch nicht wegen meiner Familie. Ich wollte sie nicht schon wieder im Stich lassen. Wir einigten uns dann, dass ich einen Versuch mache indem ich erst einmal teilstationär dorthin gehe. Ich stellte fest dass es eine gute Möglichkeit war. Von morgens 8 Uhr bis Nachmittag ca. 16 Uhr war ich dort und nahm an denselben Therapien teil wie die vollstationären Patienten. Es dauerte jedoch über 5 Wochen bis ich bereit war mich zu öffnen und aus meinem Schneckenhaus raus kam. Die Patienten halfen mir dann in einer Gruppenstunde dass ich das schaffte. Für mich sind das heut 5 verpasste Wochen. Aber so ist das nun mal, und es war schon alles so richtig.

Vom 6. Mai 2010 bis 4. August 2010 war ich nun teilstationär, und befand mich bereits mitten in der Trauma Therapie. Ein Zusammenbruch nach dem anderen zog mir die Füße weg. In der ersten August Woche war ich alleine zuhause weil meine Männer die ganze Woche im jährlichen Eishockeycamp waren. Am 4. August beendete ich meinen Tag in der Klinik und fühlte mich nicht besonders gut. Das Einzelgespräch war wieder einmal sehr emotional und andere Therapien machten mir zusätzlich zu schaffen und natürlich die Angst alleine zuhause zu sein. Abends gegen 21.30 Uhr hielt ich es nicht mehr aus, erneute Selbstverletzung, Tränen und Gefühlschaos beherrschten mich. Ich rief auf der Station an in der Hoffnung ein Gespräch zu bekommen. Später ließ ich mich in die Klinik fahren und es war möglich dass ich meine Therapie vollstationär weiterführen konnte. Ich glaube das war die bessere Möglichkeit um die angefangene Trauma Therapie weiter zu machen.

Folgende Therapien waren Bestandteil meines Aufenthaltes.

Wöchentliche Einzelgespräche!

Ich hatte das Glück eine Ärztin zu haben mit Zusatzausbildung Tiefenpsychologie. Sie hatte wirklich Ahnung von ihrer Arbeit. Nicht viele Patienten kamen mit ihr wirklich klar, aber für mich war sie das Beste was mir passieren konnte. Mit ihrer „eigenen Art“, mit Direktheit und manchmal auch mit bewusst gewählten verletzenden Worten schaffte sie es immer wieder mich aus der Reserve zu locken. Ich war oft so wütend auf sie, und traurig, fühlte mich missverstanden und war total am Boden zerstört. Ich wollte ihre Worte, Tipps oder ähnliches oft gar nicht hören. Aber wer hört schon gerne die Wahrheit über sich selbst. Ihr kennt sicher alle das Gefühl, das man manchmal einen Tritt in den Hintern braucht um in die Gänge zu kommen. So war es hier auch. Trotz all der Anstrengungen und Gefühlen die so grausam waren und die „Vorwürfe“- die eigentlich nur der Wahrheit entsprachen, bin ich froh das ich genau so jemanden gefunden habe der mir auf diese Art und Weise meinen Weg zeigt. Das lustige war immer, wenn eine Zeit vergangen ist nach einem schweren Gespräch wo ich auch wütend war, kam irgendwann der Punkt wo ich einsehen musste das sie recht hatte, das sie recht hatte wenn sie mir die schmerzliche Wahrheit sagte. Ebenso war es unglaublich, weil sie so viel wusste von mir. Sie schaute mich an und wartete oft auf Antworten und dann fing sie an mir Dinge zu sagen die genau in meinem Kopf waren, aber die Angst zu reden einfach zu groß war. Trotz dieser Art war sie jedoch sehr sensibel und einfühlsam. Sie merkte wenn ein Stopp nötig war und brach auch mal ein Gespräch ab. Sie führte Übungen der Trauma Therapie durch die es wirklich in sich hatte, aber genau diese Dinge waren es, die mich vorangebracht haben.

Vor allem hat sie mir beigebracht meine Vergangenheit mit Abstand zu sehen. Jede einzelne Situation des Missbrauchs und der Gewalt. Ich darf nicht mich dort sehen. Denn ICH bin im Hier und Jetzt. Das was ich qualvolles sehe, was ich beobachte und fühle, bin nicht ich. Es ist die „kleine“ Nicole. Ich vergesse nie als ich nach dieser Übung zu meiner Ärztin sagte: Ich weine gerade weil mir das Mädchen dort so leid tut. Das ist so schrecklich!- sie bestätigt mir das und genau so sollte ich in Zukunft mit diesen Bildern umgehen. Denn immer wenn ich mich selbst verletze egal ob körperlich oder seelisch, dann ist das nicht die erwachsene Nicole, sondern die Kleine Nicole. Ich habe der kleinen sogar vor langer Zeit schon einen eigenen Namen gegeben. Darüber hab ich bisher jedoch nie gesprochen mit ihr. Aber vielleicht tu ich das noch, wenn es mir wichtig ist.

 Kunsttherapeutische Gruppe

Diese Gruppe war für mich sehr wichtig. Auch hier hatte ich Glück, denn der Kunsttherapeut hatte ebenso viel Erfahrung und Talent für den Beruf wie „meine“ Frau Doktor. 

    Um was geht es hier?

Es geht auf keinen Fall um Kunst oder künstlerisches Gestalten. Kein Bild soll ein Picasso sein, es ist ja schließlich kein Wettbewerb für das schönste Bild. Es geht in erster Linie darum seine Gedanken und Gefühle auf ein Blatt Papier zu bringen. Die Bilder werden auch nicht analysiert. Es geht dabei um Wahrnehmung, manchmal sogar ein Blick ins Unterbewusstsein. Ein Blick in die eigene Seele. 

 Zu Beginn einigten wir uns auf ein Thema, gestellt vom Therapeuten oder ab und zu auch von der Gruppe.

Beispiele für Themen sind:

  •  Wer bin ich?
  •  Geborgenheit,
  •  Liebe &Hass,
  •  Gefühle,
  •  Mutter oder
  •  Was habe ich schon erreicht? 

Anschließend bekam jeder Patient ein großes Blatt Papier. Mit Pastell- und Ölkreiden durften wir dann zu diesem Thema etwas malen. Wichtig dabei, dass man nicht zu lange überlegt sondern Gedanken und Gefühle einfach aufs Papier bringt. Meist immer das was gerade im Gedanken ist. Es ist vollkommen egal was dabei rauskommt und es sollen auch keine Kunstwerke sein. Für das malen hatten wir meist so ca. 20- 25 Minuten Zeit. Besonders ist zu beachten wenn man das Gefühl hat, es geht einem nicht gut, das malen wird zur Belastung, unbedingt aufhören und das Blatt umdrehen. Ich habe das oft nicht geschafft aufzuhören und bin dabei über meine eigenen Grenzen gegangen- die Folgen waren sehr schmerzhaft.

Wenn das malen vorüber ist sitzen wir in einer Runde zusammen und der erste beginnt sein Bild an die Wand zu hängen (natürlich nur wenn man das will). Die Gruppe schaut dieses Bild intensiv an und wem es möglich war der durfte dazu etwas sagen, was er/sie sieht oder fühlt beim Betrachten. Hier spielen die Gefühle immer eine sehr große Rolle, ich glaube ganz besonders wenn es um das eigene Bild geht. Der Therapeut war immer der letzte, manchmal auch der erste der die Bilder in Betracht nahm und dazu etwas sagte. Manches Mal war es wirklich sehr erschreckend, was er in den Bildern sah, er erkannte vieles richtig, oft lösten seine Worte Tränen aus weil er einen wunden Punkt entdeckte.

 Was geschah bei der Besprechung der Bilder?

Auch wenn es kaum zu glauben ist, aber es passierte in diesen Stunden sehr viel. Therapeutisches malen bedeutet in die eigene Seele zu blicken. Mit vielen Themen wird so einiges ausgelöst. Oft kam es zu Gefühlsausbrüchen, bitteren Tränen, Wut, hochgekochten Emotionen, Ängsten, aber auch Freude, Hoffnung, Zuversicht wenn das Thema passte und Themen wie z.B. meine Träume, meine Insel- was Nehm ich alles mit!, oder was wünsche ich einem Mitpatienten wenn er entlassen wird.

 Meine schlimmste und wohl emotionalste Stunde hatte ich bei dem Thema: Liebe& Hass. Bereits beim Malen spürte ich so vieles in mir, mein Magen verkrampfte, ich begann zu zittern und spürte wie Dinge hochkamen die mich sehr belasteten. Aber wie so oft konnte ich nicht aufhören mit malen. Als ich fast fertig war kämpfte ich bereits mit den Tränen. Der Therapeut legte seine Hand auf meine Schulter und sagte ich solle mein Bild umdrehen und es nicht weiter ansehen. Ich war später nicht in der Lage zu meinem Bild etwas zu sagen. Ich brach beim Betrachten in Tränen aus. Als der Therapeut anfing zu sprechen was er in meinem Bild erkennt und wie es wirkt dann war es vorbei. Jedes Wort von ihm traf mich ins Herz und in meine Seele. Jedes Gefühl von ihm war richtig gedeutet. Der Schmerz in meiner Seele nahm mir die Luft zum Atmen. Ich legte die Arme auf den Tisch, meinen Kopf darauf und konnte kaum noch atmen vor lauter weinen. Der Therapeut legte seinen Arm um meine Schultern und ich weinte und jammerte richtig vor mich hin und sagte immer wieder Dinge wie z.B.“ Die sollen mich doch endlich in Frieden lassen“ oder „das hält doch kein Mensch aus.“ Die 3 Mitpatienten fühlten sich in dem Moment wohl ziemlich hilflos. Ich bekam mit als der Therapeut mit den anderen Sprach und ihnen sagte:“ Ja, so kann eine Stunde auch verlaufen, aber das ist ok und auch wichtig wenn diese Dinge an die Oberfläche kommen!“ Anschließend versuchte er mich aus dieser Situation raus zu holen.

Er sprach mich mehrmals beim Namen an und forderte mich auf, mich aufrecht hinzusetzen und den Kopf nach oben zu nehmen. Es war mir nicht möglich. Ich wollte auch nicht. Ich wollte in dem Moment nicht „aufwachen“. Ich höre seine energischen Worte immer noch im Ohr. „ Frau Horn, das ist wichtig jetzt und sie müssen das unbedingt tun, so kommen Sie nicht weiter. Irgendwann schaffte ich es dann mit seiner Hilfe. Und tatsächlich ließen die Tränen langsam nach und ich wurde ruhiger. Und ich kam mir ziemlich bescheuert vor, vor den anderen, wozu es jedoch keinen Grund gab. Mein Bild wollte ich nicht mitnehmen, so hab ich es in kleine Teile zerrissen und in den Papierkorb geworfen. Der Therapeut bat mich noch einen Augenblick zu warten, er möchte mich persönlich zur Station zurück bringen. Nach einer kurzen Übergabe mit meinem Bezugspfleger setzte ich mich erst mal in den Speisesaal und einige Mitpatienten setzten sich zu mir. Ich konnte nicht reden, aber es tat gut nicht alleine zu sein. Meine Gedanken und Gefühle machten mich jedoch total verrückt. Ich fühlte so eine Anspannung in mir und wurde plötzlich so wütend und innerlich aggressiv. Die anderen beruhigten mich aber ohne Erfolg. Ich fing an mit den Füßen zu treten. Wollte dies unterdrücken aber das ging nicht. Als es schlimmer wurde entschieden sich die anderen den Pfleger zu holen. In dem Moment als er rein kam und die anderen rausschicken wollte, flippte ich total aus und gab dem Tisch einen Tritt das er gegen die Wand knallte und 2 Stühle umflogen. Der Pfleger schickte die anderen raus und sagte ihnen dass sie sich keine Sorgen machen sollen, es ist ok und ich sei in guten Händen.

 Nach einem Gespräch beruhigte ich mich dann endlich, aber der Tag war für heute dann gelaufen. nicky12neu.jpg

Ich fühlte mich müde, erschlagen, ausgepowert und vollkommen leer .Solche Situationen geschehen in der Trauma Therapie regemäßig. Wenn man sie durchstanden hat ist man wieder einen Schritt weiter und kann stolz sein.

 Selbstsicherheitstraining

 Eine manchmal witzige Gruppe wo viel gelacht wird, aber auch eine sehr emotionale Gruppe die vieles auslösen kann. Es werden mit Rollenspielen versuch die Selbstsicherheit zu stärken und vor allem auch zu Üben. Die Themen ergeben sich aus den einzelnen Vorschlägen der Patienten und aus aktuellen Situationen. Hat man z.B. Ärger mit dem Chef und will mal seine Meinung sagen, oder einfach mal den Frust loswerden dann kann dies in den einzelnen Rollenspielen gemacht werden. Anschließend wird darüber gesprochen was gut und schlecht war, Tipps wie man es anders machen könnte usw. Ziel besteht einfach darin an der eigenen Selbstsicherheit zu arbeiten.

 Verschiedene Entspannungsverfahren

  • Autogenes Training
  •  Progressive Muskelrelaxion nach Jacobsen
  •    Qi Gong im Sinnesgarten der Klinik. 
  •  Akkupunktur

Bewegungsangebote

  •   1 mal wöchentlich Walking begleitet durch einen Pfleger/Schwester
  •    Jeden Morgen Spaziergang oder Wassertreten im Kneippbecken ( oder beides J
  •   Fitnessraum 2-mal wöchentlich (da hab ich mich gedrückt!)

Beschäftigungs- und Ergotherapie

  •     Arbeiten mit Ton
  •     Körbe flechten ( da hab ich meine Küche ausgestattet *lol*)
  •     Malen mit Kreide, Buntstiften, Window Color, Farbe
  •    Seidenmalerei
  •    Brennbilder aus Holz
  •    Holzarbeiten

Depressions- Info Gruppe

 1-mal wöchentlich eine Pflichtgruppe für alle, die ich sehr wichtig empfinde und im Nachhinein sagen muss dass man sehr viel lernt und dadurch Hilfe bekommt. Je mehr Wissen das man über die Krankheit erhält umso besser kann ich selbst damit umgehen und sie Bewältigen. Vor allem auch Verständnis dafür, dass es nicht meine Schuld ist, sondern eine Stoffwechselerkrankung des Gehirns. Das Depressionen auch so gesehen werden wie wenn ich heute einen Beinbruch habe oder eine andere Krankheit. Und ich lerne verschiedene Methoden um damit umzugehen und trotzdem ein erfülltes Leben zu führen. Das ist das Ziel.

Mitpatienten 

   In der Depri- Info Gruppe haben wir folgendes gelernt:

 Es gibt 3 Hauptsäulen in der vollstationären Therapie

.Der Erfolg einer Therapie kommt zustande durch:

  20% Medikamente

    30 %Einzeltherapien

  50 % Mitpatienten

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Die vielen Wochen die ich in der Klinik verbrachte habe ich eine Menge netter Menschen kennengelernt, jeder mit seiner eigenen Problematik und Persönlichkeit. Durchschnittlich bleiben die Patienten 8-12 Wochen in der Klinik. Naja ich und noch eine Mitpatientin sprengten diesen Durchschnitt gewaltig. Ich war 22 Wochen( fast genau 5 Monate) dort. Dadurch sah ich viele Menschen kommen und gehen. Menschen denen man besser aus dem Weg gegangen ist, Menschen mit wirklich fragwürdigen Eigenarten und Menschen die zu echten Freunden wurden. Unsere Erfahrungen, die Gemeinsamkeiten, ähnliche Schicksale und Probleme- jeder auf seine Art und das Verständnis zueinander weil jeder vom anderen wusste wie es ihm seelisch geht und er weiß wie sich das anfühlt. Wir haben zusammen gelacht, zusammen geweint, zusammen geschwiegen und somit Freundschaften geschlossen. Hat man geweint, war immer eine Hand da, die nach deiner gegriffen hat. Oft saß man einfach nur nebeneinander und hat Geschwiegen. Ein Zeichen das sagte: „Du bist nicht alleine, wir sitzen alle im selben Boot“.

Im Großen und Ganzen war die Zeit in der Klinik für mich sehr wichtig. Es war eine harte und schwere Zeit, mit Momenten wo vieles keinen Sinn mehr machte aber auch sehr schönen und lustigen Momenten die für Ablenkung sorgten.

 Bezirksklinikum, Psychiatrie sind Begriffe die noch immer sehr negativ behaftet sind. Dazu gibt es allerdings keinen Grund, im Gegenteil. Breche ich mir heute ein Bein, oder unterziehe ich mich einer Operation dann ist das alles in Ordnung und kein Mensch stellt irgendwelche Fragen, meist hinter dem Rücken der Patienten. Wenn die Seele jedoch erkrankt, egal in welcher Hinsicht, dann wird noch immer abwertend gesprochen. Dann wird spekuliert was man angestellt hat oder was los sei. Ich durfte selbst mitbekommen wie so was läuft und wie Gerüchte in Umlauf gebracht werden. Psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen, Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), bipolare Störung (manisch-depressiv), emotional- instabile Persönlichkeitsstörung ( Borderline) oder Psychosen werden immer noch verniedlicht, verharmlost und oft nicht mal ernst genommen. Man kennt den Menschen einfach nicht an das sie krank sind, viele tragen diese Maske nach außen obwohl man innerlich weint. Aber man hat gelernt sich anzupassen. Ich durfte mir sogar anhören, das ist doch alles nicht echt, die spielt doch allen nur was vor, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Solche Aussagen sind sehr verletzend und machen wütend.

Beginnt man jedoch im Laufe der Therapie seine Erkrankung zu akzeptieren, seine Ängste zu verlieren und Mutig zu werden, dann geschehen große Veränderungen. Ich habe gelernt dass ich mich für nichts schämen muss. Ich kann mittlerweile offen über meine Problematik und Lebensgeschichte sprechen, wenn es jemanden interessiert. Viele trauen sich jedoch auch nicht, irgendwas zu sagen aber man spürt deutlich dass ein gewisser Rückzug stattfindet. Das muss nicht sein, aber wenn man plötzlich offen damit umgeht, verändert das einen. Genauso ist es mit der Problematik Diagnose. Selbst da bin ich noch nicht soweit mit allen darüber zu sprechen, vor allem im Arbeitsleben- weil ich selbst mit psychisch kranken Menschen arbeite.

Obwohl ich selbst 4 Diagnosen habe, heißt das nicht ich hab einen Stempel auf der Stirn. Ich bin nicht meine Diagnose!!! Ich bin ein Mensch der lebt, der schreckliches erlebt hat und der auf dem Weg ist ein glückliches Leben zu führen. Und eines Tages werde ich das. Noch muss ich hart arbeiten- aber wie heißt es so schön: WER KÄMPFT KANN VERLIEREN; WER NICHT KÄMPFT HAT SCHON VERLOREN

Am 1. Oktober 2010 bekam ich dann endlich den erhofften Brief von der Rentenversicherung. Ich trat am 7. Oktober 2010 dann meine Reha an. So wurde ich am 4. Oktober nach fast genau 5 Monaten aus der Akutklinik entlassen. Ich bekam einen wundervollen Abschied und es flossen auch einige Tränchen. Nun wurden schnell die Koffer gepackt um dann noch ein paar schöne Tage mit meinen Liebsten zu verbringen. Ganz wohl war mir jedoch nicht bei dem Gedanken 6 Wochen von meinen Männern getrennt zu sein, aber Freude war auch dabei, und mein Mann machte mir Mut. „Tu das jetzt alleine für dich“, waren seine Worte. Und mit diesem Grundsatz habe ich die Reha in Bad Salzuflen (NRW) angetreten.

Ich hoffte dass dort meine Trauma Therapie fortgesetzt wird. Doch das war nicht der Fall. Davon wollte niemand etwas wissen. Jeder suchte nach Gründen um es nicht zu tun. So machte ich eine normale Gesprächstherapie 2x die Woche. Und wieder erzählte ich meine Lebensgeschichte und war dadurch Flashbacks und ReTraumatisierungen ausgesetzt die mich mächtig zurück warfen.

Nach 3 Wochen kam ich an einen Punkt wo mich der Kampfgeist packte. Ich stand auf und sagte meiner Therapeutin ich habe keine Lust mehr diesen Mist zu erzählen, das tut mir nicht gut und ich hab die Schnauze voll. Ich will diese schrecklichen Dinge nicht immer wieder nach oben holen .Durch diese Erkenntnis habe ich mir fest vorgenommen: ES REICHT, SCHLUSS DAMIT! Ich werde üben, werde verdammt nochmal an mir arbeiten, werde die Dinge, Aufgaben, Übungen und Tipps umsetzen die ich die letzten 5 Monate lernte. Ich spürte so viel Kraft in mir und mit einfachen Dingen ging ich meinem Leben ein Stück entgegen. Ich begann mit meiner ganz persönlichen „Es geht mir gut- Übung“. In den letzten Jahren war ich nicht mehr in der Lage zu sagen:  Es geht mir gut! – Denn schließlich durfte es mir nicht gut gehen. Ich wählte Antworten wie z.B. Geht so, passt scho, oder Naja- muss halt! Ich versuchte nun ganz bewusst die Frage: Wie geht’s Dir? Mit „ mir geht’s gut“ zu beantworten. Das war ganz schön schwer. Manches Mal kostete es ungeheuer viel Kraft und ich wollte eigentlich sagen, es geht nicht gut. Aber ich hörte in mich rein und stellte fest, das wäre falsch. Ich besiegte diesen Teufel in mir. Heute fühle ich dass ich es kann. Nun sollte ich öfters mal sagen, mir geht’s nicht gut- wenn es so ist. Aber Step by Step. So verbrachte ich die letzten 3 Wochen mit vielen Dingen zur Motivation für mein neues Leben, das auf mich wartet.

Natürlich wird das noch dauern, aber wie sagte mir meine Ärztin: „ Frau Horn- träumen sie, das gibt kraft weiterzugehen.“ Und sie hat Recht.

Manchmal vergesse ich das leider immer wieder.Die Reha war für mich nochmals ein großer Erfolg. Ich lernte neue, mir unbekannte Dinge die helfen stabil zu werden und zu bleiben. Dinge die ich in einer schweren Krise tun kann um nicht noch tiefer zu fallen sondern wieder aufrecht zu stehen. Viele Angebote und Behandlungen die ich verordnet bekam, zeigten mir das es vieles gibt das mein Interesse weckte und zeigte das es Dinge gab die ich wieder hervorholen sollte aus meiner Schublade, wo ich all die guten Dinge wegsperrte.Das Therapieprogramm war sehr vielfältig. Was mir am wichtigsten war, das war das tägliche schwimmen gehen und die Imaginationsgruppe, in der ich lernte mit einfachen Vorstellungsübungen, die schlechten Gedanken aufzulösen oder für bestimmte Zeit nicht zuzulassen. Ich habe sehr viele dieser Übungen als MP3 und wende sie regelmäßig an. Diese Art von Entspannung kann ich nur jedem empfehlen!!!

 Ich nahm auch viel an den Freizeitangeboten teil wie z.B. kreatives Schreiben, malen mit Bleistift oder auch mal das Klinik Kino J Ich könnte so vieles erzählen, aber denke das wichtigste hab ich niedergeschrieben. Es war eine sehr schwere Zeit die letzten Monate aber ich blicke sogar mit ein wenig stolz zurück und kann nun endlich beginnen an mir zu arbeiten, alte Verhaltensmuster aufzulösen und mir immer und immer wieder bewusst zu machen, wie viel ein Mensch aushalten und ertragen kann. 

Wenn ich in Therapiegesprächen bei meiner Ärztin, aus der Akut-Klinik von meinen Krisen erzählte und wie schwer es war das durchzustehen und ich am liebsten aufgegeben hätte dann sagte sie zu mir:

„Und Frau Horn, Sie haben es überlebt, oder? Sie sitzen jetzt hier bei mir und haben es mit eigener Kraft überstanden

Dann lächelt sie! Smile

„Ja das habe ich“ ist meine Antwort Cool

Wenn ich das hier so schreibe dann würde ich diese Frau gerne mal in den Arm nehmen.

So, das war erst mal fürs erste. Weiter geht’s in Kürze mit Aufarbeitung 2011.

Ich freu mich wenn ihr wieder kommt!