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Geschichte

auge.jpgHier werde ich nun meine persönliche Geschichte schreiben. Es wird eine Kurzfassung sein, denn seit ich im Dezember 2006 mit der Aufarbeitung angefangen habe ist mir vieles bewusst geworden und ich habe viele Erfahrungen, sowie positiv und negativ ,gemacht. Eine detailierte Beschreibung ist in meinen Augen nicht angebracht, da es meine persönliche Geschichte und Erfahrung ist, und es meine Aufgabe ist, damit klar zu kommen und es abzuschließen. Ich habe viele detailierte Geschichten über Mißbrauch gelesen und es kann sehr schockierend sein für nicht Betroffene und bei Betroffenen einfach sehr viel auslösen. Das muss nicht sein.

Dennoch will ich sie schreiben, weil es Teil meines Lebens ist, mittlerweile weiß ich, es war nicht meine Schuld und ich hätte es nicht verhindern können. Und das Wichtigste für mich: wahre Freunde werden mich trotz alle dem nicht verurteilen oder mir aus dem Weg gehen.

Meine Geschichte soll zeigen:

Es kann überall passieren, sogar in eurem Bekanntenkreis ohne das ihr es wisst oder vermutet

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Eigentlich weiß ich gar nicht wie ich beginnen soll weil es irgendwie so viel ist. Genau Zeitpunkte  sind noch etwas durcheinander und nicht zuordbar und Erinnerung kommen durch die Therapie immer und immer mehr zurück.

Zwischen meinem 17. und 18. Lebensjahr kam irgendwie die Erinnerung zurück das mich mein Stiefvater damals angefasst hat, ich war 9 Jahre alt das wußte ich. Mir wurde plötzlich bewusst das dies eine nicht normale Sache war, die mein Stiefvater da mit mir getan hat.  Die Bilder und seine Worte werde ich nie vergessen, zum damaligen Zeitpunkt war dies jedoch nicht verständlich für mich. ca. 1 jahr später mit 10 Jahren als wir dann nach Regensburg gezogen sind, passierte der 2. Übergriff durch meinen Stiefvater. Gesagt hatte er damls zu mir, meine Mutter würde das selbe machen mit meinem Bruder, das sei zur Aufklärung.

ich weiß nicht ob ich dann 11 oder 12 Jahre alt war, passierte ein Übergriff von einem Bekannten meiner Mutter und meines Stiefvaters. Ich mußte damals ein paar tage bei ihm wohnen. Er hatte mich dann danach noch mehrmals ins Gesicht geschlagen weil ich ihm die Frage nicht beantwortet habe, ob es schön war für mich.

Ich weiß kurz darauf kam ich und mein Bruder in Regensburg in ein Kinderheim. Das war für mich das beste was damals passieren konnte, erst heute weiß ich aus welchem Grund das für mich das beste war, denn ich war endlich aus dieser "Hölle" raus. Bis zu meinem 15. Lebensjahr verbrachte ich dann die Zeit im Heim und ging dort zur Schule und hatte eigentlich eine schöne Zeit.

Mit 18 Jahren habe ich dann meinen jetzigen Mann Helge kennen gelernt und habe mich zum ersten mal getraut mit jemandem darüber zu sprechen. Ich habe es ihm erzählt an was ich mich erinnere, was mein Stiefvater mit mir gemacht hat. Aber es hat mich eigentlich nie belastet. Es war nun mal so, was will ich tun. Es war überhaupt kein Thema, ehrlich man kann es kaum glauben.

Psychische Probleme kannte ich zu dieser Zeit nicht. Das ging genau im Jahr 2002 los. Ich erinnere mich genau an meine erste gewaltige Panikattacke im März 2002. Es war einfach furchtbar und von da an ging es dann los. Mein Umfeld, egal ob Freunde, Bekannte oder Kollegen haben davon nichts mitbekommen. Im August 2002 kam dann ein großer Streit mit meiner Mutter weil ich ihr zum ersten mal meine Gefühle ihr gegenüber äußerte, bzw mein Mann unterstützte mich dabei sehr. Aber sie wollte das alles nicht hören und hat uns rausgeworfen aus der Wohnung. Seitdem habe ich keinen Kontakt mehr zu ihr. Ich habe 3 mal versucht den ersten Schritt zu machen, aber immer ohne Erfolg. Daraufhin wurden natürlich die psychischen Probleme immer schlimmer. Die Suche nach der Mutterliebe die man nie bekommen hat. Ich habe mir alles so sehr zu Herzen genommen und mich da rein gesteigert, ich machte mir Vorwürfe und gab mir die Schuld für alles. Redetet mir ein was ich für ein schlechter Mensch sei.

Ja und dann ging es los, jedes Jahr kurz vor Weihnachten im November oder Dezember merkte ich wie ich immer wieder leicht depressiv wurde, was ich nach aussen jedoch immer gut verbergen konnte. Das steigerte sich bis Weihnachten dann immer so sehr das ich zum Arzt ging. Er verschrioeb mir ein leichtes Antidepressiva, das ich dann 2-3 monate nahm und dann aufhörte weil es mir gut ging. Mir ging es dann auch immer den Sommer über sehr gut. Aber jedes Jahr kurz vor Weihnachten kamen die Rückfälle und jedes Jahr wurde es ein klein bisschen schlimmer.

Weihnachten 2004- die Hölle für mich. Die schrecklichen Nachrichten mit der Flutkatastrophe in Thailand. Ich hatte mich so sehr reingesteigert über das Schicksal der Menschen und habe mich selber gequält in dem ich nur noch die bilder und nachrichten im Fernseh angesehen habe. Ich dachte mir insgeheim für mich, jetzt dreh ich gleich durch und ihr könnt mich bald einweisen. Also wieder ein paar Monate Medikamente. Während dieser Zeit habe ich dann meine erste Therapie begonnen bei einer sehr netten Therapeutin, die mit mir eine Familienaufstellung machte. Es hat mir sehr gut geholfen. Nach einem halben Jahr ging es mir so gut das ich dachte ich hätte es geschafft und habe dann aufgehört mit der Therapie, weil es mir auch zuviel Geld war, denn ich mußte sie selber bezahlen, da es eine alternativ terapie war.

Ja und dann wieder Weihnachten darauf gings los. Ich habe mich dann für eine Therapie entschieden die von der Krankenkasse bezahlt wird von einer Psychoterapeutin und Psychiaterin. Ich kam ganz gut klar mit ihr, dachte ich zumindest immer, aber so richtig öffnen konnte ich mich nie( das sehe ich leider erst jetzt im Nachhinein so). Es ging immer nur um das gleiche Thema, meine Mutter und meine Sorgen, ich hatte ihr auch von der Sache mit meinem Stiefvater erzählt aber da haben wir nie drüber geredet. Ich dachte immer ich sei auf einem sehr guten Weg das alles zu schaffen aber anstatt besser wurde alles noch viel schlimmer. Die Medikamente die ich nahm habe ich diesmal dauerhaft genommen für 6 Monate, dann hab ich wieder zu schludern angefangen, mal vergessen oder nur alle paar Tage genommen. Ich habe mit meiner Therapeutin darüber gesprochen und sie sagte zu mir das sei OK, wahrscheinlich bräuchte mein Körper nicht mehr von den medikamenten. ok, dachte ich mir das klingt ja toll. Dann im Mai 2006 starb mein Vater an schwerer Leberzirrhose durch alkoholmißbrauch. Er hatte sein Leben aufgegeben als meine Mutter damals mit uns weg ging. er ist nie darüber hinweg gekommen.

Während dieser Zeit war ich auch in einem Forum unterwegs wo ich mich sehr viel, ja sogar zuviel angagierte(leider merkte ich das damals nicht). Ich wurde dort mit einer absolut phantastischen Schauspielerin verglichen, was mir auch immer ganz toll gefiel. Wer bekommt schon nicht gerne Komplimente vor allem wenn man erfolgreich abgenommen hatte. Daraus entwickelte sich im Forum ein richtger Spass, der für mich leider bitterer Ernst wurde.Viele Mitglieder bestätigten diesen Vergleich und wir machten späße darüber. manche schrieben mich mit dem namen der Schauspielerin an und ich fing irgendwann an, sogar mit ihrem Namen unter Beiträgen zu antworten. Versuchte Fotos zu machen wo ich ihr so ähnlich wie möglich sah und lauter so Mist .Ich merkte dabei nicht wie mein reales Leben immer mehr in den Hintergrund trat und ich mich wie in einem Traum fühlte, wenn man das so sagen kann. Ich kann es nur schwer beschreiben was zu dieser Zeit in meinem Kopf vor ging und ich verstehe es nicht und es macht mir noch heute Angst wenn ich darüber nachdenke. Ich saß nur noch vor dem PC, habe meine Kinder und meinen Mann und meine Freunde vernachläßigt. Ich hatte mich so sehr verändert und merkte es nicht. Obwohl ich dort viele nette und liebe menschen getroffen habe, mit denen ich teilweise heute noch Kontakt habe, die mir immer wieder Unterstützung gaben und aufbauende Worte, war es eine Erfahrung die ich niemandem wünsche. Dies betrifft einfach die Sache die danach passierte. Das Internet kann auch negative Erfahrungen mit sich bringen( die Geschichte geht weiter!)

Ich erinner mich daran wie ich bei meiner Therapeutin war und ihr erzählte das ich mich so gut fühlte, ich bin so voller Energie und weiß kaum wohin damit, aber für die wichtigen Dinge ,wie meine Familie, Haushalt, Freunde u.ä. reichte es nicht. Ich sagte ihr ich hätte Angst vor mir selber, weil ich so gut drauf wäre, es war richitg "manisch". ich hatte ihr mehrmals gesagt das mich das sehr beunruhigt. Aber zur Antwort bekam ich von ihr nur, nach jedem depressiven Tief kommt auch ein Hoch. Ich solle es einfach genießen das lässt schon wieder nach. Aber ich wusste insgeheim da stimmte was nicht.

Und ich bin mir ziemlich sicher wenn sie anders auf meine Angst reagiert hätte, dann wären viele Dinge anders gelaufen. Ich wurde einfach falsch therapiert von ihr.

Der schlimmste Alptraum begann dann im November 2006. Ich habe etwas getan was ich heute für einen sehr sehr großen fehler halte. Ich habe den wichtigsten Menschen in meinem Leben verletzt und ihm emotional schlimmes angetan. Wenn ich heute darüber nachdenke, will ich weinen. Ich weiß zwar das vieles mit Co-Bewusstsein (siehe Informationen) zu tun hatte, aber das macht es auch nicht leichter. wir sehen viele Zusammenhänge aber trotz alledem haben wir es geschafft, einen Weg geschafft wo viele andere schon lange aufgegeben hätten.  

Ich hätte fast meine Familie, meinen Mann und meine Kinder verloren durch mein Verhalten. Wenn mein Mann nicht so gekämpft hätte um mich ich weiß nicht was dann gewesen wäre. Ich verbrachte dann 2 Wochen in der Psychatrie nach einem Zusammenbruch. Aber es war wieder nur ein davonlaufen. Ich habe meine Familie dadurch wieder im Stich gelassen. Helge und ich haben die schlimme Zeit überstanden und wir sind auf einem sehr sehr guten Weg.

 Jezt kommt aber die eigentliche Sache. Durch mein Verhalten und den Ereignissen kam plötzlich der sexuelle Mißbrauch durch meinen Stiefvater wieder an die Oberfläche. Fragt mich nicht warum das so kam oder wie das geht, aber es war so. Ich habe viel im Internet gelesen und auch so einige Erklärungen gefunden wie sowas passieren kann. Es hatte mich nie belastet aber plötzlich änderte sich alles von heute auf morgen. Ich geriet in eine schwere psychische Krise und eines kam aufs andere. Ich suchte mir einen neuen Therapeuten, er ist übrigends der Mann meiner ersten Therapeutin. Er arbeitet sehr viel mit Psychokinesiologie. Seitdem kommt sehr viel hoch was den Mißbrauch angeht.

Vor ca. 3 Monaten im April 07 kam die schrecklichste Erinnerung hoch. Ich hatte es total aus meinem Gedächtnis gestrichen, komplett verdrängt, ich wusste nichts mehr davon, ich erinnerte mich nicht daran das mich mein Stiefvater ein 3. mal mißbrauchte. Diese Erkenntnis tat weh und war sehr schrecklich. Mittlerweile hab ich fast alle Erinnerungen daran zurück und es ist einfach schrecklich. ich nenne es den "großen Mißbrauch", da ich hier von ihm auch vergewaltigt wurde. Ich war  13 Jahre alt.  Ich bin noch nicht am Ende damit. Aber ich arbeite jetzt über 3 Jahre an meiner Geschichte und habe dank meinem Therapeuten und meiner Familie so viel erreicht und durchgestanden. und auch meine Familie hat so vieles durchgestanden.

 Aber ich weiß jetzt endlich nach wo all meine psychischen Probleme herkommen, wo all meine verhaltensweisen herkommen die ich nie verstanden habe, wo meine Ängste herkommen usw.

 Alles setzt sich wie ein Puzzle zusammen das gelöst werden will. mein Arzt sagte  einmal vor kurzem zu mir, es ist wie eine Schublade die Du geöffnet hast. Du hast sie geöffnet und nun mußt Du sie leeren, sonst wird es nicht besser.

Und gemeinsam mit meiner Familie schaff ich das

Danke Helge
Danke Jason
Danke Justin