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meine 1. Lesung



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Meine 1. Lesung
im Buchafe Pfreimd 

 
 
Im März 2015 stellte ich in Facebook eine Anfrage an das Buchcafe in Pfreimd, ob sie Interesse an einer Lesung hätten. Allerdings sei das Thema etwas sehr außergewöhnlich. Ich fiel einfach mal so mit der Türe ins Haus.
Die Chefin des Buchcafes, stand dem Thema allerdings sehr offen gegenüber, da sie selbst Jahrelang mit betroffenen Teenagern gearbeitet hat. So haben wir uns lange unterhalten und hätten für herbst 2015 eine Lesung geplant.
 
Es kam jedoch ganz anders.
 
Im April 2015 kam ein Zeitungsartikel über mich heraus über meine Vergangenheit und  mein Leben mit der Erkrankung Borderline .
Nach diesem Zeitungsartikel bekam ich eine Nachricht vom Buchcafe ob ich nicht bereits am 28. Mai 2015 eine Lesung halten möchte, aufgrund des Zeitungsartikels - den darin wurde ja auch mein Buch vorgestellt.
 
Da die Sache doch relativ kurzfristig war, musste ich allerdings erst einmal darüber nachdenken. Habe mich jedoch dann dafür entschieden.
Nach 4 Wochen Vorbereitungszeit  und regelmäßigem übens war es nun soweit:
 
28.Mai 2015
 
Ich war bereits 3 Stunden vor Beginn der Lesung in Pfreimd, da eine liebe Autorenkollegin 400 km für die Lesung angereist ist. Wir machten uns noch 2 schöne Stunden mit tollen Gesprächen. Nach und nach kamen auch schon die ersten Gäste und wir saßen noch im Garten des Buchcafes und ließen uns leckeren Milchkaffee und Latte Macchiato schmecken. Meine Aufregung und Nervosität stieg ins unermessliche.
Um 18.30 Uhr kamen die beiden Saxophonistinnen die meine Lesung musikalisch untermalten. Wir machten einen kleinen Soundcheck mit dem Mikrophon, die Mädels spielten auf ihren Instrumenten und ich las eine kurze Passage. Nachdem alles gut eingestellt war sprachen wir uns ab, wann die Musik spielen sollte und wann ich lese und spreche. 
 
Dann war es soweit, die Gäste trudelten nach und nach ein und das Buchcafe bekam Platzprobleme. Nun hieß es schlichten bis nix mehr ging *lach* Es waren so viele Leute gekommen und in dem kleinen gemütlichen Buchcafe waren am Ende gut 50 Personen. Ich war überwältigt und natürlich nervös ohne Ende.
 
Karin, die Chefin des Buchcafes hielt zuerst eine kleine Ansprache und begrüßte die Gäste und auch mich. Dann passierte auch schon das erste Missgeschick. Wir hatten beim Soundcheck ausgemacht das die Mädels mit der Musik anfangen, aber ich war so aufgeregt das ich gleich nach der Ansprache losgelegt habe und nicht mehr aufgehört habe. Ich habe schlichtweg in der kurzen Zeit vergessen, das die Mädels anfangen sollten. Embarassed
Ich habe dies auch nicht bemerkt, sondern habe dies am nächsten Tag von meinem Mann erfahren. -Wie peinlich-
 
Aber der Anfang war gemacht. Meine Aufregung war fast nicht zu ertragen. Meine Hände waren feucht und ich habe gezittert ohne Ende. Bereits nach den ersten Worten musste ich etwas trinken weil mein Mund so trocken wurde. Aber das hat sich dann gelegt. Aber das zittern blieb eine ganze Weile. Ich hab dann erst mal ein paar Dinge erzählt über meine Lebensgeschichte und die Entstehung des Buches ehe ich zu lesen anfing. Das hab ich denke ich ganz gut hinbekommen. Kleine Stotterversuche wurden geschickt ausgebügelt. 
 
Als ich so im Lesen und sprechen war, konnte man immer wieder sehr betroffene Gesichter sehen bei den Gästen. Alle waren so aufmerksam, es war eine unglaublich tolle Athmosphäre.
 
Nach der Hälfte der Lesung wurde das Zittern besser, aber nun bekam ich urplötzlich starke Magenschmerzen und dachte mir nur, "oh nein, nicht das jetzt". Magenschmerzen ist bei mir ein typisches Stress Zeichen. Aber mein Mann sagte mir im Nachhinein das fiel überhaupt nicht auf.
 
Die Musik lockerte das ganze sehr auf und brachte eine besondere Stimmung zusätzlich mit rein.
Ich beendete die Lesung mit einem Gedicht, das nicht im Buch zu finden ist, aber mir sehr wichtig ist. Hier könnt ihr es nachlesen:
 
 http://www.nicole-horn.de/content/view/115/190/
 
Danach bekam ich erst mal einen tollen Applaus und Karin eröffnete mit ein paar persönlichen Fragen eine Disskusionsrunde. Ich war erstaunt wie viel Leute sich doch zu Wort gemeldet hatten. Das hab ich unheimlich toll gefunden, auch waren Menschen dabei die sich als Betroffene geoutet haben. Die Runde war sehr toll und angehnehm.
 
Mit einem Musikstück beendeten wir dann die Lesung.
 
Bevor nun alle aufstanden, machte ich mich auf den Weg zu meinem Büchertisch da einige Leute mein Buch kaufen wollten mit Widmung.
Während des signierens sind auch nochmal tolle Gespräche entstanden. Eine Dame war besonders betroffen da ihre Tochter die Probleme hat. Ich hätte mich gerne noch etwas länger um die Dame gekümmert aber es klappte nicht weil so viele Leute auf das Buch warteten. Das fand ich als einziges etwas unglücklich. Durch das Signieren des Buches im Anschluss hatte man nicht die Möglichkeit sich mit den Leuten noch zu unterhalten. Und ich hatte wirklich das Gefühl das bei manchen der Bedarf sehr groß gewesen wäre. 
 
Im großen und ganzen hat mir diese Lesung gezeigt wie wichtig das Thema Borderline doch ist, in unserer Gesellschaft, und wie wichtig es ist darüber zu sprechen. 
 
Der Abend war ein großer Erfolg und ich bin überglücklich nach hause gefahren.
 
Bereits am nächsten tag hab ich unglaublich viele Rückmeldungen und Nachrichten über Facebook bekommen von menschen die auf der Lesung waren, das hat mir wieder gezeigt das alles richtig ist, was ich tue.
 
Auf diesem Weg möchte ich mich ganz herzlich bei Karin und Birgit vom Buchcafe bedanken das sie mir diese Lesung in ihren Räumlichkeiten ermöglicht haben. Ihr habt das Wunderbar gestaltet- DANKE-
 
 http://www.buchcafe-pfreimd.de/
 
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